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Zen Zen ist ein Begriff aus dem Buddhismus, der philosophisch auf die Nichtigkeit allen Seins hinweist und dadurch erst die Bedeutung wirklich wichtiger Dinge hervorhebt. Er ist wesentlicher Teil der Kultur Japans und hat die Künste, zu denen auch die Kampfkünste gehören, maßgeblich beeinflußt. Das Wort Zen ist zu einem Synonym für Meditation und einer bestimmten Formgebung in der Kunst geworden, die sich durch Sparsamkeit auszeichnet und durch Reduzierung dem Wesentlichen Bedeutung gibt. Zen (chin. Chan) wurde von Bodhidharma im Shaolin-Kloster entwickelt. Somit hat das Shaolin-Kloster nicht nur den Kampfkünsten entscheidende Impulse verliehen, es ist vor allem als Entstehungsort der Zenkultur zu sehen.
Im Interesse aller ernsthaft Suchenden Zen-adepten möchten wir an dieser Stelle kurz klärend auf die seit einigen Jahren auftretenden chinesischen "Showmönche" eingehen. Wir lehren in fortgeschrittenen Stufen das antike, von Sifu-Tse überlieferte Shaolinsystem. Wie beschrieben wurden diese Systeme bereits in den fünfziger Jahren vorwiegend in Holland, seit den sechziger Jahren dann auch in den Nachbarländern unterrichtet. Anfang der siebziger Jahre machte dann die "Kung-Fu" Serie mit David Carradine die Kultur des Shaolinklosters größeren Bevölkerungsschichten bekannt. Die Welt begann sich dafür zu interessieren. Damals häuften sich in China Anfragen bezüglich dieses Klosters. Diese wurden kategorisch mit dem Verweis, dass China ein modernes sozialistisches Land sei und mit solchem Aberglauben nichts zu tun habe, zurückgewiesen. Erst Ende der siebziger Jahre wurde das Kloster infolge eines Umdenkprozesses neu belebt und organisiert. Das nun neu entwickelte und vorgeführte Shaolin-Kung-Fu ist nicht identisch mit den von uns gelehrten Systemen.
Wir möchten das nicht bewerten, sondern nur auf diesen Umstand hinweisen. Die Akteure sind Artisten, Künstler, jedoch mit Sicherheit keine Zen-Lehrer. Shaolin-Klostertraining ist in Europe also lange vor der Neueröffnung des Klosters in China bekannt gewesen und von einem autorisierten Lehrer verbreitet worden. Bei dieser Gelegenheit möchten wir mit Verlaub auf den Umstand hinweisen, dass der chinesische Staat hinter diesem Kloster steht. Es ist schon einigermaßen frech, Shaolin-Zirkusveranstaltungen als "Verbreitung des Buddhismus" verkaufen zu wollen, während der Buddhismus z. B. in Tibet in einem barbarischen Akt sondergleichen ausgerottet wurde und individuelle, spirituelle Bewegungen wie z. B. Falun Gong mit allen totalitären Mitteln eines diktatorischen States bekämpft werden (Repressalien, sogar im Ausland, Konzentrationslager, Todesstrafe). Der vom chinesischen Taoismus beeinflußten Zenkultur gelang es in China allerdings nie recht Fuß zu fassen. In Japan jedoch wurde sie von der Kriegerelite der Samurai begierig aufgegriffen und zur Blüte gebracht. Von daher wurde Zen ein nicht mehr wegzudenkendes Element in den Budoarten. Im Ursprung bestand die Zenschulung vor allem aus einem meditativen Element, dass die Willenskraft stärken und den Geist intuitiv entwickeln sollte, zum anderen kann Zen als die erste Form der analytischen Psychotherapie angesehen werden. Diese Formen waren bereits im antiken Shaolin-Kloster unter Bodhidharma ausgeprägt. Im Shaolin-Kloster scheint unter diesem Einfluß auch erstmalig ein besonderer Prozeß stattgefunden zu haben, nämlich die Verschmelzung von Kriegskunst (Barbarei) und Meditation (Geist). Mit der Versportlichung der Budoarten wurde das Zenprinzip zur reinen Farce oder ganz eliminiert. |
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